01.06.2010 - Sonderausstellung „Feder-Schmuck“Vogelperspektiven: Sonderausstellung „Feder-Schmuck“ - Senckenberg Naturmuseum zeigt Kunstfotografien aus der Vogelmenagerie 11. Juni - 5. September 2010
Frankfurt/M., 01. Juni 2010_Kunst und Naturkunde können die Fantasie beflügeln, besonders wenn beide aufeinander treffen. Das zeigt die neue Ausstellung „Feder-Schmuck“ vom 11. Juni bis 5. September 2010 im Senckenberg Naturmuseum. Darin stellen insgesamt 30 außergewöhnliche Farbfotografien von Vogelexponaten der Senckenbergischen Schausammlung die Kunst der Natur in den Mittelpunkt: Der Sonderausstellungssaal im zweiten Obergeschoss wird zur Galerie. Fotografin und Kunsthistorikerin Anette Hammann fokussiert in ihren großformatigen Detailbilder die Vollkommenheit, Schönheit und Einzigartigkeit unterschiedlicher Gefieder. Dabei galten als Maßstab zur Auswahl weniger die wissenschaftliche Systematik, sondern vielmehr Momente der Ästhetik und Assoziation. So beleuchtet die Künstlerin zum Beispiel die barocke Pracht der Pfauenfedern und die schrille Exotik eines Arakanga-Gefieders ebenso wie die verborgenen Glanzlichter des Eichelhähers oder die ursprüngliche Ästhetik eines Kiwi-Gewands. Strukturen, Formen, Farbe und Gestalt erscheinen wie Designentwürfe der Natur. Die ungewöhnlichen Perspektiven offenbaren eine ganz andere Sicht auf die Vogelexponate. Werden nämlich einzelne Gefiederpartien in den Fokus gerückt, wecken sie überraschende Assoziationen und laden unwillkürlich auch zu einer gedanklichen Reise ein. Die Konnotation der Feder gerät in den Hintergrund und neue Bilder entstehen vor dem geistigen Auge: leuchtende Kaskaden, Wüstendünen, silberne Schuppen, farbige Fontänen oder bizarre Eisblumen. Die Begleittexte von Thomas Hammann beschreiben diese Assoziationen und inspirieren den Betrachter zur eigenen Suche nach dem Motiv hinter den Motiven. Anette Hammann hat mit ihrer Kamera die besondere Ästhetik eines für die Vogelwelt charakteristischen Details, der Feder, herausgegriffen. Mit hohem künstlerischem Anspruch hat sie einige der schönsten Präparate des Vogelsaals dokumentiert. Oftmals waren hunderte Fotos nötig, bis der gewünschte Ausschnitt den Ansprüchen des Künstlerehepaars genügte. Die Nachbearbeitung am Computer sollte auf ein Minimum beschränkt bleiben, um die Details der Objekte so real wie möglich wiederzugeben. Die Sonderausstellung zeigt insgesamt 26 Fotografien 84 x 56 cm im Querformat und 4 Fotografien 120 x 80 cm auf 4 mm Dibond-Platten, kleine Portraitaufnahmen sowie ein großes Eingangsbild. Wer sich für die Originale hinter den fotografischen Motiven interessiert, kann sich auf eine vogelkundliche Wanderung durch den Vogelsaal im Stockwerk direkt unter der Sonderausstellung begeben. Das Senckenberg Naturmuseum beherbergt mit fast 10 Prozent aller lebenden Arten die größte Vogelsammlung in Deutschland und eine der umfassendsten weltweit. Dank einer großzügigen Spende des Frankfurter Geschäftsmannes und Mäzens Dr. h.c. Josef Buchmann erstrahlt der Vogelsaal seit 2009 in neuem Glanz. Die Ästhetik des historischen Ambientes wurde beibehalten und die Aura der einzigartigen Präparate durch moderne Elemente ergänzt. Künstler Thomas Hammann, M.A. ist Germanist und Medienwissenschaftler. Nachdem er mehr als 10 Jahre lang als Journalist für namhafte deutsche Medienhäuser arbeitete, ist er seit 2002 als selbständiger Texter tätig. Bildband Öffnungszeiten
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